Kinderkonzert in Ägypten 2009
Konzertreise nach Syrien 2008
Konzertreise 2006
Chorreise 2005
Chorreise 2004
Konzertreise nach Syrien 2008

Die Grabau-Stiftung organisiert vom 11. Mai bis zum 18. Mai 2008 eine Chor- und Orchesterreise nach Syrien. Teilnehmen werden das Orchester der Universität Frankfurt (Oder) und ein Chor von Ehemaligen der Landesschule Pforta.

Im Mittelpunkt dieser Konzertreise steht der deutsch-syrische Kulturaustausch.
Unterstützt wird dieser Kulturaustausch und interkultureller Dialog in Syrien vor Ort durch die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) in Aleppo, unter der Federführung von Herrn Meinolf Spiekermann. Die GTZ organisiert im Rahmen des Projektes „Rehabilitierung der Altstadt von Aleppo“ diesen deutsch-syrischen Austausch.

Geplant sind mindestens zwei Konzerte, eines an der Universität in der Hauptstadt Damaskus und ein weiteres in Aleppo im Rahmen der „German Concert Days at Aleppo“. Bei diesen Konzerten sollen dem syrischen Publikum verschiedene Musikstücke aus Europa präsentiert und durch ein oder zwei arabische Stücke auch der Brückenschlag zu dem Gastgeberland Syrien unternommen werden. Weiter sind Begegnungen und interkulturelle Workshops mit Studierenden aus Damaskus und Aleppo vorgesehen.





Tagebuch der Konzertreise nach Syrien vom 11.5. bis 18.5.2008.

Sonntag, der 11. Mai 2008

Am Sonntag dieses Jahres startete unsere Konzertreise vom Flughafen Berlin Schönefeld mit insgesamt 40 Personen nach Damaskus. Dabei waren das 21 köpfige Universitätsorchester der „Viadrina“ Frankfurt (Oder), ein 13 Personen umfassender Kammerchor des Landesmusikgymnasiums Schulpforta (Sachsen-Anhalt) und 6 Organisatoren. Um 11.45 Uhr war Abflug von Berlin mit Zwischenstopps in Wien und Aleppo. Gegen 20 Uhr syrischer Zeit (1 Stunde Zeitverschiebung) erfolgte die Landung auf dem Flughafen von Damaskus. Alle Teilnehmer nebst Gepäck und Instrumenten (selbst die Celli) trafen wohlbehalten in Syrien ein. Vor dem Flughafen wartete schon der Bus, um unsere Gruppe zum Fardos Tower Hotel in die Innenstadt Damaskus zu bringen. Nach dem Abendessen erfolgte noch die Besprechung des nächsten Tages in der Hotel-Lobby. Eine spannende Woche lag vor uns …





Montag, der 12. Mai 2008

Nach dem Frühstück, das aus verschiedenen syrischen Spezialitäten bestand, ging es mit dem Bus zu den Konzertproben ins Opernhaus von Damaskus. Im kleinen Saal, dem Drama Theatre, sollte heute Abend das erste Konzert von Chor und Orchester durchgeführt werden. Also hieß es proben, proben, proben… auch um sich an die Größe und die Akustik des Saales zu gewöhnen. Während der Proben war für die Organisatoren Zeit für ein Treffen mit dem General-Manager der Oper von Damaskus, Dr. Nabil Al-Lao, auch im Hinblick auf zukünftige Aktivitäten und Kooperationsmöglichkeiten. Außerdem besuchten sie das gleich nebenan liegende syrische Musikkonservatorium und führten Gespräche über den Aufbau eines wechselseitigen Studentenaustausches. Nachdem gegen 14 Uhr die Proben für den Abend beendet waren, nutzen einige die Zeit zur Erholung andere hingegen machten einen kleinen Altstadt-Erkundungsrundgang. Um 18.30 Uhr war Treff in der Hotel-Lobby zur Fahrt zum Opernhaus. Dann folgte der große Auftritt, zuvor Einsingen und Einspielen und ein Interview mit dem syrischen Fernsehen, weil ausländische Gruppen nicht so häufig nach Damaskus kommen. Das Konzert dauerte von 21-22.30 Uhr, wurde vom syrischen Fernsehen aufgenommen und zur selben Zeit in ganz Syrien ausgestrahlt.

Das Programm des Orchesters, unter der Leitung von Prof. Dr. Tibor Istvánffy umfasste die Sinfonia von Nicollo Jommelli, das Presto aus der Sinfonie in G-Dur von Christoph Willibald Gluck, einen Soldatenmarsch von Franz Schubert, die Weltreise in Musik von Karl Wiedenfeld, die verschiedenste Volkslieder aus der Welt beinhaltet und ein Best of the Beatles arrangiert von Calvin Custer. Alternierend mit dem Orchester sang der Chor verschiedene deutsche und internationale Volkslieder. Als Höhepunkt des Progammes erwies sich jedoch der „Arabische Traum“, der von dem syrischen Publikum emphatisch aufgenommen wurde.

Nachdem die Musiker diesen großartigen Auftritt hinter sich gebracht hatten, ging es auf den Stadtberg, von dem man einen herrlichen Blick auf das Lichtermeer der Stadt genießen konnte. Da viele Einheimische dort anwesend waren sang der Chor spontan nochmals einige Lieder aus seinem Programm.



Dienstag, der 13. Mai2008

Am kommenden Morgen war für einige Stunden Zeit, sich einer Altstadt-Führung, unter der Leitung von Prof. Graeber anzuschließen. Wer die mehr als 1000 Jahre alte große Omayyaden-Moschee besichtigen wollte, musste sich als weibliches Delegationsmitglied einen am Eingang erhältlichen grauen Ganzkörperumhang nebst Kapuze überstreifen. Vor der Moschee gab es noch viele Fragen an die deutsche Gruppe von anderen Besuchern nach dem woher und wohin zu beantworten.
Am Nachmittag ging es weiter mit dem Bus an den Stadtrand von Damaskus. Dort liegt das Gelände der neu gegründeten Arabisch-Internationalen Universität (AIU). Ihr Präsident, Prof. Dr. Mabareid, ein in Deutschland ausgebildeter Mediziner, hatte uns für den Abend zu einem Konzert ins Auditorium seiner 3000 Studenten fassenden Uni eingeladen. Mindestens 500 Gäste waren Zuhörer dieses zweiten Konzertes auf syrischem Boden. Im Anschluss daran gab es ein festliches Abendessen, in der extra dafür prachtvoll hergerichteten Mensa, mit allerlei syrischen Spezialitäten. Dieses Essen wurde intensiv zu Gesprächen mit Studenten und Mitarbeitern der AIU genutzt. Die Idee, ein gemeinsames Orchester zu gründen, fand viel Beifall…



Mittwoch, der 14. Mai 2008

Heute hieß es Koffer packen. Nach einem kurzen wehmütigen Gang durch die Altstadt, startete am Spätvormittag der Bus nach Aleppo, wo für den nächsten Tag ein weiteres Konzert geplant war.
Unterwegs machte die Gruppe noch zwei kurze Abstecher, um wenigstens ein wenig von der atemberaubenden Landschaft und den Sehenswürdigkeiten Syriens mitzunehmen. Zunächst nach Maalula, einem Ort, wo noch immer „Aramäisch\", die Sprache Jesu, genau wie vor 2000 Jahren gesprochen wird. Mittagessen anschließend in Hama, einer Stadt von 200.000 Einwohnern, die für ihre Wasserräder berühmt ist. Die Sonne war bereits untergegangen, als das Hotel Mirage in Aleppo, direkt am Eingang zur Altstadt erreicht wurde. Einige erkundeten nach einem späten Abendessen noch die nähere Umgebung des Hotels.



Donnerstag, der 15. Mai 2008

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Musik. Gegen 10 Uhr erfolgte der Aufbruch, um die Omaget Moschee zu besuchen. Danach eine erste Probe in der Shaybani School, in der es am Abend ein weiteres Konzert geben sollte. Da es in der Nacht zuvor und während des Vormittages kräftig regnete, musste das Konzert vom Innenhof in den Festsaal der Shaybani School verlegt werden. Das Konzert am Abend war überfüllt. Viele konnten gar keinen Sitzplatz mehr erhalten. Immer wieder wurde um Zugaben gebeten und gefragt, wann das nächste Konzert stattfindet. Zum Ausklang des Abends bildeten sich kleine Grüppchen mit den neu gefundenen syrischen Musikfreunden. Einige wurden privat eingeladen, andere machten sich auf den Weg in die Stadt. Wer dabei war, konnte in einem Restaurant unterhalb der Zitadelle, alkoholfreies Bier, Tee, Kaffee und selbstverständlich eine Schischa genießen und den Abend ganz gemütlich ausklingen lassen.



Freitag, der 16. Mai 2008

Am Freitag war Zeit für einen umfangreichen Ausflug in die Umgebung von Aleppo. Gleichzeitig hieß es Kraft tanken für das letzte Konzert am Samstag auf dem Freiplatz vor der Zitadelle. Zunächst führte die Fahrt zu einigen der sog. toten Städte. Es handelt sich dabei um Überreste von Villen, Thermen, Klöstern und Kirchen aus dem 4.-6. Jh.n.Ch. Mushabbak, eine gut erhaltene Säulenbasilika aus dem 5. Jh.n.Ch. wurde besichtigt. Anschließend ging es zum Simeonskloster. Der sog. Säulenheilige lebte im vierten nachchristlichen Jahrhundert und soll da 30 Jahre seines Lebens auf einer ehemals 19m hohen Säule gelebt haben. Der Ort seines Wirkens wurde schon zu seinen Lebzeiten eine sehr bedeutende Pilgerstätte. Das Grabmal eines römischen Gouverneurs Aemilius Reginus aus dem 2.Jh.n.Chr. stellte den Höhepunkt des Ausfluges dar.



Samstag, der 17. Mai 2008

Heute also das letzte Konzert. Eine besondere Herausforderung für die Musiker, da es sich um ein Openair Konzert handelte und der Wind recht heftig blies. Die Organisatoren der Stiftung trafen sich unterhalb der Zitadelle wegen Bühnenaufbau, Technik, fehlender Instrumente, Soundcheck u.a. Anschließend wurden die Musikinstrumente in Busse verladen und zur Zitadelle gebracht. Um 18 Uhr begann das Konzert. Heftiger Wind und dunkle Wolken am Himmel ließen das Konzert zu einem Wettstreit zwischen Musik und himmlischen Mächten werden. Beim Abschiedsessen im Restaurant „Al Kommeh“ wurden am Abend viele Dankesworte ausgetauscht und die nächsten Pläne geschmiedet.



Sonntag, der 18. Mai 2008

Um 4:00 Uhr morgens ging es in rasender Fahrt mit Kleinbusen zum Flughafen. Mit Sonnenaufgang hob der Flieger ab und brachte die Gruppe in weniger als vier Stunden zurück nach Deutschland. Trotz eines erheblichen Schlafedefizites wurden schon während des Rückfluges Erinnerungen ausgetauscht und an neue Stücke und Lieder gedacht, die bei einer nächsten Konzertreise dargeboten werden könnten…



Wir danken allen Unterstützern, die zum Gelingen dieser Konzertreise beigetragen haben, insbesondere:

- S.E. Herrn Dr. Omran, Botschafter der Syrisch-Arabischen Republik
- Herrn Dr. Spiekermann GTZ, Altstadtsanierung Aleppo
- Dr. Babilie, Berlin
- Hartnackschule Berlin
- Wirtschaftsministerium des Landes Brandenburg



Prof. Dr. Grabau
Vorsitzender der Grabau-Kulturstiftung
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Vorstand: Prof. Dr. Fritz-René Grabau - Prof. Dr. Irina Hundt - Dr. Bernd Neitz